Grundsätzliche
Voraussetzungen für Hufschuhe
F.: Muß mein Hufbearbeiter nicht mehr so oft
kommen, wenn ich Hufschuhe verwende ?
A.: Es kommt darauf an in welchem Turnus er/sie bislang kommt.
Grundsätzlich empfehlen wir Bearbeitungsintervalle von 5-6 Wochen. Beim
Easyboot Glove kann es – je nach Pferd – erforderlich sein als Reiter zumindest
zwischenzeitlich zusätzlich die Hufe zu berunden. Wer Hufschuhe verwendet darf
die Hufbearbeitung auf keinen Fall vernachlässigen sonst droht Verlust oder gar
Beschädigung der Hufe und oder Schuhe.
F.: Welche Anforderungen stellen Hufschuhe an
die Hufform ?
A.: Grundsätzlich
sind alle Hufschuhe für symmetrische Hufe mit einem geraden Wandverlauf
entwickelt worden. Es gibt Modelle, die auch bei weghebelnden Wänden
erfolgreich eingesetzt werden können aber es gibt auch da natürlich Grenzen.
Eigenschaften von
Hufschuhen
F.: Wie lange halten Hufschuhe ?
A.: Das läßt sich im Grunde nicht pauschal beantworten, da die Haltbarkeit
von einer Vielzahl von Faktoren beeinflußt wird, wie z.B. wie oft und wie lange
geritten wird, in welchen Gangarten geritten wird, wie sind die Untergründe,
wie schwer ist das Pferd, wie ist das Laufverhalten, etc.
Die Faustregel bzgl. Haltbarkeit lautet 1.5 – 3 Jahre, wobei es bei den
einzelnen Modellen auch Unterschiede gibt.
F.: Verfügen Hufschuhe über eine entsprechende
Dämpfung ?
A.: Hufschuhe verfügen über ein
Vielfaches an Dämpfung gegenüber Hufeisen. Auch wenn es unseres Wissens dazu
keine wissenschaftlichen Untersuchungen gibt, dürfte dies auf der Hand liegen.
F.: Wie sieht es mit dem Grip von Hufschuhen
aus ?
A.: Die neueren Modelle, wie Easyboot Glove, Easyboot Edge und Renegade Hoof
Boot verfügen über Profilsohlen mit einem hervorragenden Grip. Allerdings
müssen auch diese Modelle auf Gras, speziell beim Reiten bergab, passen. Nässe
verstärkt diesen Effekt noch – da sollte ein verantwortungsbewußter Reiter
absteigen.
F.: Wie beeinflussen Hufschuhe das
Abrollverhalten der Hufe ?
A.: Das
differiert von Modell zu Modell – der Easyboot Glove dürfte den am besten
gestzten Abrollpunkt neben dem Renegade haben, es gibt jedoch auch mehrere
Modelle am Markt die die Zehe – teils deutlich – verlängern und somit das
Abrollverhalten negativ beeinflussen.
F.: Sind
Hufschuhe günstiger als Beschlag ?
A.:
Diese Frage lässt sich mittelfristig ganz klar mit JA beantworten.
Hufschuhe + regelmässige Barhufbearbeitung sind gpnstiger als Beschlag !
F.: Wie schwer oder leicht ist das Handling von
Hufschuhen ?
A.: Das variiert von Modell zu Modell. Die neueren, wie z.B. Easyboot
Glove, Renegade und Easyboot Trail, sind alle extrem einfach an- und
auszuziehen ohne Kraftaufwand und meist auch ohne Hilfsmittel.
Größenermittlung
F.: Wann soll ich die Hufmaße ermitteln ?
A.: Spätestens 8 Tage nach der letzten Bearbeitung durch einen
Hufbearbeiter.
F.: Macht es Sinn die Hufe mit einem Stift zu
umfahren ?
A.:
Nein, messen Sie bitte am aufgehobenen Huf mit aufgelegtem
Metermaß/Lineal
F.: Wie ermittele ich die Huflänge korrekt ?
A.:
Messen Sie mit aufgelegtem Metermaß von der Zehenspitze bis zum
Strahlende
F.: Ich habe Marquis Größe 2 – welchen
Easyboots entspricht dies ?
A.: Grundsätzlich
läßt sich die Größe von einem Schuh auf einen anderen nie zuverlässig ableiten,
da die Hufschuhe oft auch für unterschiedliche Hufformen geeignet sind. Bitte
immer messen ! Die Größentabellen sind zweidimensional, der Huf und die
Hufschuhe sind dreidimensional.
F.: Warum soll ich max. 8 Tage nach der letzten
Bearbeitung messen – die Schuhe sollen 4 Wochen später auch noch passen ?
A.: Es muss zunächst der Status Quo ermittelt werden, sonst passen die
Hufschuhe direkt nach der Bearbeitung möglicherweise nicht mehr. Mit Ausnahme des Easyboot Glove haben die
unterschiedlichen Modelle einen gewissen Toleranzbereich, sodass ein Fachmann
dann den Schuh auswählen kann, der 4 Wochen später auch noch paßt.
Das geeignete Modell
F.: Kann ich mich vor Ort beraten lassen und
woran erkenne ich einen Hufschuhexperten?
A.: Auf www.hufcheck.de finden Sie ein Verzeichnis
von Hufschuhe COACHES. Das sind Hufbearbeiter, die eine 5-tägige
Spezialausbildung zum Thema Hufschuhe absolviert haben.
F.: Welche Informationen werden von einem
Fachmann/einer Fachfrau benötigt um das passende Modell für mein Pferd zu
ermitteln ?
A.:
Hier sind eine Vielzahl von Informationen erforderlich – grundsätzlich
pro Huf, so z.B.:
* Hufbreite und –länge
* Zehenwandwinkel
* Trachtenhöhe/-länge und Position
* Symmetrie des Hufes
* Wandverlauf – gerade oder weghebelnde Wände
* Besonderheiten im Laufverhalten des Pferdes
* Besondere Anforderungen an das Handling
* Falls die Beratung per e-mail oder Telefon erfolgt, zusätzlich pro Huf jew.
Ein Bild von der Sohle, der Seite und
von vorne. Eine Anleitung zum Fotografieren und zum Messen finden im
Downloadbereich auf www.hufschuhe-coach.com
F.: Die Vielzahl der Hufschuhmodelle ist
verwirrend, braucht man die wirklich alle ?
A.:
Das ist verständlich.
Grundsätzlich sind schon mehrere Fabrikate erforderlich, da es so viele
unterschiedliche Hufformen gibt, allerdings sind wir überzeugt, dass sich mit 4
Modellen 80% der Anforderungen abdecken lassen. Ein Fachmann kennt diese
Modelle und kommt somit in der Beratung schneller und effizienter für Sie zum
Ziel.
F.: Mein Pferd benötigt vorn und hinten
unterschiedliche Hufschuhe – lassen sich alle Modelle beliebig kombinieren ?
A.:
Nein,es lassen sich nicht alle Modelle kombinieren. So macht es
beispielsweise wenig Sinn für die Vorderhufe Hufschuhe zu verwenden, die die
Zehe unnötig verlängern (wie der Boa Horse Boot) während das Pferd hinten mit
dem Easyboot Glove läuft, der über einen perfekten Abrollpunkt verfügt.
F.: Wie aufwändig ist es Hufschuhe anzupassen
und kann ich das auch selbst machen ?
A.:
Hufschuhe müssen heute nur noch selten angepasst werden, da es so viele
verschiedene Modelle gibt. Viel wichtiger als das Anpassen ist die richtige
Auswahl, wobei Sie sich unbedingt Expertenrat einholen sollten - vor Ort oder
zumindest telefonisch. In der Praxis hat sich gezeigt, dass entsprechende
Hufkorrekturen viel öfter erforderlich sind als das Anpassen von Hufschuhen.
F.: Das von mir
favorisierte Hufschuhmodell kommt leider nicht in Frage. Soll ich die Hufe nun
entsprechend bearbeiten lassen ?
A.:
Wenn Sie mit der Arbeit Ihres
Hufbearbeiters zufrieden sind – auf gar keinen Fall ! Niemals Hufe für
Hufschuhe passend machen, es sei den eine Hufkorrektur ist sowieso
erforderlich. Häufig sind jedoch Korrekturen erforderlich, damit überhaupt
Hufschuhe in Frage kommen !
F.: Sind
alle Modelle für die Übergangsphase von Beschlag auf Barhuf geeignet ?
A.: Nein ! Es ist davon auszugehen, dass sich die Hufe über Monate hinweg
verändern werden, weshalb ein Fachmann/ eine Fachfrau dann ein Modell auswählt,
dass dies möglichst auch mitmacht.
F.: Ist
es zwingend erforderlich, daß eine Beratung vor Ort beim Pferd stattfindet ?
A.:
Nein, es ist der Idealfall aber es ist nicht zwingend erforderlich. Ein
qualifizierter Fachmann kann Ihnen auch am Telefon helfen, solange keine
Besonderheiten bzgl. Hufform und oder Laufverhalten gegeben sind.
Verwendung von Hufschuhen
F.: Können Hufschuhe über einen längeren
Zeitraum 24 Std. pro Tag am Huf bleiben ?
A.: Das
ist grundsätzlich mit dem Easyboot RX Therapieschuh möglich bei entsprechender,
täglicher Kontrolle. Schuhe, die Druck auf die Hornkapsel ausüben, sollten
nicht permanent am Huf bleiben. Ausserdem können Schnallen u.ä. Verschlüsse
eine Gefahr darstellen, wenn Pferde unbeaufsichtigt sind.
F.: Sind Hufschuhe für alle Reitweisen geeignet
?
A.: Grundsätzlich ja, wobei nicht jede Turnierordnung die Verwendung von
Hufschuhen bzw. die Verwendung aller Modelle zulässt. Am häufigsten kommen
Hufschuhe sicherlich beim Freizeit- Wander- und Distanzreiten zum Einsatz.
F.: Können Hufschuhe auch auf Schnee verwenden
werden ?
A.: Bei
einer Schneehöhe bis 10-15 cm empfehlen wir entweder Barhuf zu reiten oder
Modelle mit Profil und ggf. Stollen zu verwenden. Bei höherem Schnee ist es am
sinnvollsten das Pferd Barhuf zu bewegen.
Veränderung/Umbau von Hufschuhen
F.: Sollten Hufschuhe zur Verlängerung der
Haltbarkeit besohlt werden ?
A.: Unsere
klare Antwort lautet nein. Kunststoffbeschläge fördern die periphere Belastung,
sie verändern das Gewicht des Schuhes, die Flexibilität der Sohle den
Abrollpunkt. Unterm Strich wird eine mehrjährige Entwicklungsarbeit der
Hersteller zunichte gemacht. Wer nicht alle 2 Jahre 150,00 EUR für ein paar
Hufschuhe aufbringen kann, sollte aus unserer Sicht das Hobby wechseln.
F.: Sollten Hufschuhe vorne aufgeschnitten werden,
wenn die Hufe nicht reinpassen ?
A.:
In aller Regel ist dies schlichtweg Unsinn und diese Vorgehensweise ist
30 Jahre alt und stammt aus einer Zeit, in der es nur runde Hufschuhe gab.
Heute sind so viele unterschiedliche Modelle erhältlich, dass Sie für ovale
Hufe auch ovale Schuhe verwenden sollten, anstatt runde aufzuschneiden. Kaufen
Sie Ihre Schuhe auch immer 2 Nummern zu klein, um sie dann aufzuschneiden? Sehr
wahrscheinlich nicht !
F.: Sollten
Hufschuhe nie verändert bzw. umgebaut werden ?
A.: Zunächst gilt es den Hufschuh zu
finden, der am ehesten auf die entsprechenden Hufe passen kann. Falls es nun in
Einzelfällen erfoderlich ist, den Schuh zu verändern / anzupassen, macht dies
durchaus Sinn, sofern dies von einem Fachmann durchgeführt wird. Leider werden
viel zu oft komplett falsch gekaufte Hufschuhe abenteuerlich von Laien umgebaut,
anstatt einfach ein wirklich passendes Modell zu wählen.
Pflege von Hufschuhen
F.: Was
muß bei der Pflege von Hufschuhen beachtet werden ?
A.:
In aller Regel reicht es die Schuhe – und falls vorhanden, Gamaschen –
nach der Verwendung mit einer Bürste und Wasser zu reinigen. Auch Klettverschlüsse
regelmässig ausbürsten.
F.: Können
Hufschuhe bei jedem Wetter draussen bzw. in einer unbeheizten Sattelkammer
gelagert werden ?
A.: Bei
Temperaturen unter + 5° C. empfehlen wir die Schuhe vor dem Reiten in
temperierten Räumen aufzubewahren. Dadurch bleiben Sie flexibel, besonders die
Sohle und die Pferde laufen besser damit.